Dienstag, November 01, 2016

Weiße Wolken - Ein Gedicht von Andreas Wagner



Weiße Wolken

 Gewebt aus reinem Wasserdampf,
von warmer Luft gehoben,
in eine helle Welt hinein,
 ins Sonnenlicht geboren.

Das Wasser dieser Erde,
geteilt auf dem blauen Rund,
in unten und in oben,
in Himmel und in Meeresgrund.

Ein Meer aus kleinen Tropfen,
umkreist ohn unterlass die Welt,
fällt hoch von dort herunter,
steigt wieder auf zum Wolkenzelt.

Zwei Wolken treffen auf einander,
sie ziehn sich förmlich an,
beginnen zu verschmelzen,
Braut und Bräutigam.

Tief und innig die Berührung,
zwei Wesen werden eins nun sein,
die Wolke in Bewegung,
hüllt Berg und Täler ein.

Feucht schlägt es sich dann nieder,
in frischer kühler Morgenluft,
die Wolke sie ist Leben,
so sanft und zart wie Blütenduft.

Kleine weiße Wattepüschel,
den blauen Himmelsgrund erhellt,
bringt die Große weiße Wolke,
ihre Kinder auf die Welt.

Die weißen Wolken ziehen weiter,
Gedanken fliegen hinterher,
will ich mein Haupt dort niederlegen,
 ohn Grenzen, frei und gänzlich leer.

                                  
                                    Andreas Wagner

  

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